Sofortrente oder Entnahmeplan: Was ist besser für monatliche Einnahmen?

Ruhestandslösungen Vergleich: Sofortrente, Entnahmeplan oder Hybrid?

Sofortrente oder Entnahmeplan: Was ist besser für monatliche Einnahmen?

Zuletzt aktualisiert: 05.11.2026 · Tarifdaten Morgen & Morgen, Stand 03.11.2026

Kurz erklärt

  • Sofortrente: feste Zahlung, solange Sie leben. Dafür ist das Kapital weg und in der Regel nicht vererbbar.
  • Entnahmeplan: Das Kapital bleibt Ihres und bleibt investiert. Die Auszahlung hängt von Markt und Entnahmehöhe ab.
  • Entscheidend ist das Alter, das Sie erreichen: Bei einer Rente von rund 406 € bis 436 € je 100.000 € mit 65 Jahren (bei Allianz mit jährlich steigender Rente) braucht ein Entnahmeplan bis Alter 90 etwa 2,1 bis 2,3 % Rendite pro Jahr, bis Alter 95 etwa 3,1 bis 3,4 %. Wer 95 oder älter wird, braucht noch mehr.
  • Für viele ist die Mischung sinnvoll: Fixkosten über eine Sofortrente, der Rest flexibel.

Die Frage hinter der Frage

„Was ist besser?" lässt sich nicht pauschal beantworten. Besser ist, was zu Ihrem Bedarf passt. Fragen Sie sich: Wie viel Geld brauche ich jeden Monat zwingend? Wie wichtig ist es mir, Kapital zu vererben oder jederzeit darauf zugreifen zu können? Und wie gut halte ich es aus, wenn die Auszahlung in manchen Jahren schwankt?

Ich vermittle als unabhängiger Versicherungsmakler beide Lösungen. Deshalb stelle ich beides mit Zahlen gegenüber und weise auf die Schwächen jeder Seite hin.

Die drei Lösungen im Überblick

SofortrenteEntnahmeplanHybrid
Auszahlungfest, lebenslangfrei wählbar, schwankt mit dem MarktTeil fest, Teil flexibel
Langlebigkeitsrisikoabgesichertträgt der Anlegerfür den Garantieteil abgesichert
Zugriff aufs Kapitalneinjederzeitnur für den Entnahmeanteil
Vererbbarkeitnur mit Rentengarantiezeit oder Hinterbliebenenoption (kostet Rente)ja, restliches Kapitalteilweise
Marktrisikokeines (Versicherer-Risiko)ja, auch Sequence-of-Returns-Risikonur im Entnahmeanteil
Inflationsschutzgering bei fester Rente; mit Dynamik gegen Aufpreismöglich, nicht garantiertgemischt

Hinweis: Die Bewertungen sind allgemeine Orientierung. Einzelne Tarife und Depots können abweichen.

Break-even: Ab welchem Alter und welcher Rendite lohnt sich was?

Ein Beispiel: Sie sind 65 und haben 100.000 €. Laut Morgen & Morgen (Stand 03.11.2026, 10 Jahre Rentengarantiezeit) liegt die voraussichtliche Rente im ersten Jahr in der Spitzengruppe zwischen rund 394 € und 436 € im Monat (Canada Life 436 €, Standard Life 428 €, Württembergische 428 €, Allianz 406 €, LV 1871 403 €). Sie enthält bei den meisten Tarifen Überschüsse, die nicht garantiert sind. Garantiert ist die Mindestrente (Allianz zum Beispiel rund 312 €). Canada Life und Standard Life garantieren nahezu die gesamte Rente.

Nehmen Sie dieselben 100.000 € und entnehmen jeden Monat denselben Betrag, rechnen Sie so:

  • Ganz ohne Rendite ist das Kapital nach 19,1 Jahren (bei 436 €) bzw. 20,5 Jahren (bei 406 €) aufgebraucht, also etwa mit 84 bis 86 Jahren.
  • Mit Rendite hält der Entnahmeplan länger. Die folgende Tabelle zeigt, welche gleichbleibende Rendite pro Jahr nötig ist, damit der Plan bis zu einem bestimmten Alter dieselbe Rente zahlt.
Rente im 1. Jahr (je 100.000 €)bis Alter 85bis Alter 90bis Alter 95bis Alter 100
436 € konstant (Canada Life)ca. 0,4 %ca. 2,2 %ca. 3,3 %ca. 3,9 %
428 € konstant (Standard Life)ca. 0,2 %ca. 2,1 %ca. 3,1 %ca. 3,8 %
406 € steigend auf 448 € im 15. Jahr (Allianz, flexible Rente)ca. 0,3 %ca. 2,3 %ca. 3,4 %ca. 4,1 %

Modellrechnung: konstante Rendite pro Jahr, monatliche Entnahme, ohne Steuern und Kosten. Echte Renditen schwanken, Kosten und Steuern (siehe unten) erhöhen die nötige Rendite. Die Tabelle zeigt, wo die Grenze liegt, keine Prognose. Quelle der Renten: Morgen & Morgen, Stand 03.11.2026.

Wie Sie die Tabelle lesen: Je länger Sie leben, desto mehr muss der Entnahmeplan leisten, um mit der Sofortrente mitzuhalten. Bis etwa 85 reicht fast jede Rendite. Ab 90 brauchen Sie eine Rendite von rund 2,1 bis 2,3 %, ab 95 rund 3,1 bis 3,4 % und mehr. Das ist an den Börsen langfristig erreichbar, aber nicht jedes Jahr und nicht garantiert. Fällt der Markt zu Beginn des Ruhestands, hilft Ihnen die Durchschnittsrendite wenig, weil Sie niedrige Kurse verkaufen müssen. Das ist das Sequence-of-Returns-Risiko, das ich im Artikel Sicherer Entnahmeplan ausführlich erkläre.

Dazu eine Einordnung aus der Fachliteratur: Eine Studie der Gesellschaft für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa, Ulm) vom März 2023, erstellt im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), untersucht genau diese Frage. Die Autoren betrachten eine 65-Jährige mit 100.000 €. Entnimmt sie nur den Betrag, den eine Rente mit 5 Jahren Rentengarantiezeit damals höchstens leistete (416 € im Monat laut Vergleichsrechner vom 16.02.2023, inklusive Überschüssen), geht das Geld in einem Fondsentnahmeplan mit erwarteter Rendite von 6 % und marktüblichen Schwankungen mit einer Wahrscheinlichkeit von 24,5 % vor dem Alter 85 und von fast 36,0 % vor dem Alter 90 aus. Die Zahlen sind ein Modell mit den dortigen Annahmen, keine Prognose für heutige Tarife. Weil der Auftraggeber die Versicherungswirtschaft ist, ordne ich die Studie als eine Stimme ein und stütze mich zusätzlich auf die eigene Rechnung oben.

Sofortrente gegen Einmalzahlung: Was heißt das?

Mit „Sofortrente gegen Einmalzahlung" ist gemeint: Sie zahlen einmalig einen Betrag (zum Beispiel aus einer Lebensversicherung, einer Abfindung oder einem Verkauf) an einen Versicherer und erhalten dafür sofort eine lebenslange Rente. Das ist die Sofortrente, wie sie oben beschrieben ist. Die Rente richtet sich nach Einmalbeitrag, Alter und Zinsniveau.

Vorteile: planbares Einkommen, Absicherung gegen das Langlebigkeitsrisiko, kein Anlagerisiko für Sie.

Nachteile: Das Kapital ist gebunden. Ohne Rentengarantiezeit oder Hinterbliebenenoption fällt bei frühem Tod nichts an Erben zurück. Die Rente ist ohne Dynamik nicht inflationsgeschützt. Sie sind auf die Zahlungsfähigkeit des Versicherers angewiesen. Lebensversicherer mit Sitz in Deutschland gehören einem gesetzlich vorgeschriebenen Sicherungsfonds an, der Protektor Lebensversicherungs-AG. Er soll die Verträge im Sanierungsfall fortführen. Ob und in welcher Höhe dabei Leistungen gekürzt werden, hängt vom Einzelfall ab. Bei Anbietern mit Sitz im Ausland kann eine andere Sicherungseinrichtung gelten; fragen Sie vor Abschluss danach.

Steuern im Vergleich

  • Sofortrente (Privatvorsorge): Nur der Ertragsanteil wird versteuert. Bei Rentenbeginn mit 65 sind das 18 % der Rente. (§ 22 EStG). Mehr dazu auf der Seite Sofortrente und Steuern.
  • Entnahmeplan (Fonds/ETF im Depot): Besteuert werden die Erträge und Kursgewinne mit Abgeltungsteuer. Die Abgeltungsteuer beträgt 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (§ 32d EStG). Bei Aktienfonds sind 30 % der Erträge steuerfrei (§ 20 InvStG). Mehr dazu auf der Seite Entnahmeplan und Steuern.

Die Steuer kann im Einzelfall den Unterschied machen. Ihr Steuerberater kann das für Ihre Situation prüfen.

Welche Lösung passt zu welcher Situation?

Eher Sofortrente, wenn Sie …

  • einen festen Betrag brauchen, der Ihre Fixkosten deckt, und Sorge haben, älter als Ihr Kapital zu werden,
  • sich nicht um Geldanlage kümmern möchten,
  • Kapital nicht vererben wollen oder die Erben anderweitig versorgt sind.

Eher Entnahmeplan, wenn Sie …

  • Ihre Fixkosten bereits aus gesetzlicher Rente und anderen Einkünften decken und das Kapital „on top" ist,
  • Zugriff auf das Kapital behalten oder vererben wollen,
  • Schwankungen verkraften und die Auszahlung notfalls anpassen können.

Eher Hybrid, wenn Sie …

  • einen Teil sicher und einen Teil flexibel wollen. Beispiel: Die Sofortrente deckt die festen Kosten, der Rest bleibt im Entnahmeplan.

Wie eine Aufteilung in Zahlen aussieht, rechnet unser Ruhestandsplaner durch.

Hybrid-Lösungen: Zwei Varianten

  • Selbst kombinieren: Ein Teil des Kapitals als klassische Sofortrente, der Rest als eigener Entnahmeplan. Sie behalten die Kontrolle, brauchen aber zwei Verträge.
  • Hybride Sofortrente: Ein Versicherungsprodukt, bei dem ein Teil als Garantie und ein Teil in Fonds angelegt ist. Das ist bequem, hat aber Produktkosten und eigene Bedingungen. Lassen Sie sich die Kosten ausweisen.

Alle Tarife und Anbieter vergleichen Sie über unseren kostenlosen Sofortrente-Vergleich bzw. den Entnahmeplan-Vergleich.

Fünf Fragen zur Entscheidung

  1. Wie hoch sind meine Fixkosten, und wie viel davon decken Rente und andere sichere Einkünfte?
  2. Brauche ich jederzeit Zugriff auf das Kapital (Notfall, Pflege, Immobilie)?
  3. Will ich Kapital vererben?
  4. Wie gut halte ich schwankende Auszahlungen aus?
  5. Wie alt ist meine Familie geworden (Langlebigkeit)?

Transparenzhinweis

Finanzmanager24 vermittelt als unabhängiger Versicherungsmakler sowohl Sofortrenten als auch Entnahmepläne. Bei einer Vermittlung erhalten wir eine Provision, für Sie bleibt der Vergleich kostenlos. Dieser Artikel ist allgemeine Information und keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.

Häufige Fragen

Was ist besser: Sofortrente oder Entnahmeplan?

Das hängt von Ihrem Ziel ab. Die Sofortrente bietet eine garantierte, lebenslange Zahlung. Der Entnahmeplan bietet Flexibilität und Vererbbarkeit, trägt aber Markt- und Langlebigkeitsrisiko. Viele kombinieren beides.

Ab welchem Alter lohnt sich eine Sofortrente?

Je später sie beginnt, desto höher ist die monatliche Rente, weil die erwartete Laufzeit kürzer ist. Als Absicherung gegen ein sehr langes Leben lohnt sie sich vor allem, wenn Sie nicht auf das Kapital angewiesen sein wollen und Ihre Fixkosten decken müssen.

Wie viel Rente bekomme ich für 100.000 €?

Laut Morgen & Morgen (Stand 03.11.2026, 65 Jahre, 10 Jahre Rentengarantiezeit) liegt die voraussichtliche Rente im ersten Jahr in der Spitzengruppe zwischen etwa 394 € und 436 € im Monat. Garantiert ist nur die Mindestrente, die bei den meisten Tarifen niedriger ist. Nur Canada Life und Standard Life garantieren nahezu die gesamte Rente. Die Werte ändern sich laufend.

Ab welcher Rendite lohnt sich ein Entnahmeplan statt einer Sofortrente?

Bei 100.000 € und Rentenbeginn mit 65 braucht ein Entnahmeplan, um dieselbe monatliche Zahlung zu leisten wie eine Sofortrente, nach unserer Modellrechnung (ohne Steuern und Kosten) bis Alter 90 etwa 2,1 bis 2,3 % Rendite pro Jahr, bis Alter 95 etwa 3,1 bis 3,4 % und bis Alter 100 etwa 3,8 bis 4,1 %. Bis Alter 85 reicht fast jede Rendite.

Was passiert mit dem Geld, wenn ich früh sterbe?

Ohne Zusatzoption verfällt das Kapital bei der Sofortrente an den Versicherer. Mit Rentengarantiezeit oder Hinterbliebenenoption wird für eine vereinbarte Zeit weitergezahlt, dafür fällt die monatliche Rente geringer aus. Beim Entnahmeplan erben Ihre Angehörigen das restliche Kapital.

Kann ich Sofortrente und Entnahmeplan kombinieren?

Ja. Sie können einen Teil des Kapitals in eine Sofortrente für die Fixkosten geben und den Rest im Entnahmeplan flexibel halten. Der Ruhestandsplaner rechnet die Aufteilung durch.

Weiterführende Seiten

Änderung 04.11.2026: Dieser Artikel ersetzt zwei ältere Beiträge zum Thema. Tarifdaten auf Stand 03.11.2026 (Morgen & Morgen) aktualisiert, Rente im 1. Jahr und garantierte Mindestrente getrennt ausgewiesen, Break-even neu berechnet, Quellen ergänzt. Ruhestandsplaner verlinkt.

Quellen

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