In der heutigen Zeit stehen Sparer und Anleger vor der Herausforderung, ihr angespartes Kapital so anzulegen, dass es im Alter oder in bestimmten Lebensphasen regelmäßige Auszahlungen ermöglicht. Hier kommt der Entnahmeplan ins Spiel.
Was ist ein Entnahmeplan?
Ein Entnahmeplan ist ein Finanzinstrument, das es Anlegern ermöglicht, regelmäßige Auszahlungen aus einem bestehenden Kapitalstock zu erhalten, ohne das gesamte Kapital auf einmal zu verbrauchen. Dabei wird in der Regel ein festgelegter Betrag oder ein bestimmter Prozentsatz des Kapitals in regelmäßigen Abständen (z. B. monatlich) entnommen. Der verbleibende Kapitalstock bleibt investiert und kann weiterhin Rendite erwirtschaften.
Rechenbeispiel Entnahmeplan
Ein Anleger verfügt über 500.000 € Kapital und plant eine Entnahmerate von 4 % pro Jahr.
Das ergibt eine jährliche Auszahlung von 20.000 € bzw. eine monatliche Rente von rund 1.667 €.
Erzielt das Depot nach Kosten und Steuern langfristig ebenfalls 4 % Rendite, bleibt das Kapital (Kapitalerhalt) theoretisch unendlich erhalten.
Entnahmeplan vs. Sofortrente – wo ist der Unterschied?
Während Sie bei einer Sofortrente Ihr Kapital unwiderruflich an eine Versicherung abgeben und dafür eine lebenslange, garantierte Rente erhalten, bleiben Sie beim Entnahmeplan flexibel. Das Geld gehört weiterhin Ihnen und kann vererbt werden. Dafür tragen Sie jedoch das Risiko, dass das Kapital bei schlechter Marktentwicklung vorzeitig aufgebraucht sein könnte (Langlebigkeitsrisiko). Detaillierte Informationen finden Sie in unserem umfassenden Entnahmeplan Vergleich.
Vor- und Nachteile eines Entnahmeplans
Vorteile
| Hohe Flexibilität | Auszahlungsraten können jederzeit angepasst, pausiert oder gestoppt werden. |
| Kapitalerhalt möglich | Bei Entnahme der reinen Rendite bleibt das Grundkapital erhalten. |
| Vererbbarkeit | Das Restkapital im Depot gehört zu 100 % Ihnen und ist vererbbar. |
| Renditechancen | Das investierte Kapital profitiert weiterhin von Marktchancen (z. B. bei ETF-Auszahlplänen). |
Nachteile
| Keine lebenslange Garantie | Das Kapital kann bei Kapitalverzehr-Strategien vorzeitig aufgebraucht sein. |
| Marktrisiko | Schwankende Kurse können den Depotwert reduzieren. |
| Steuern | Erträge unterliegen der Abgeltungsteuer (Details: Besteuerung Entnahmeplan). |
| Eigenverantwortung | Erfordert Disziplin bei der Entnahme und ggf. Rebalancing des Portfolios. |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen lohnt sich ein Entnahmeplan?
Ein Entnahmeplan eignet sich für Anleger, die über einen größeren Einmalbetrag (z. B. aus einer Lebensversicherung, Erbschaft oder Immobilienverkauf) verfügen und flexibel über eine monatliche Zusatzrente verfügen möchten, ohne ihr Kapital unwiderruflich aus der Hand zu geben.
Was ist der größte Nachteil eines Entnahmeplans?
Der größte Nachteil ist das Langlebigkeitsrisiko. Im Gegensatz zur Sofortrente garantiert ein Entnahmeplan keine lebenslange Zahlung. Wenn Sie älter werden als geplant oder die Märkte schlecht laufen, kann das Kapital vorzeitig aufgebraucht sein.
Ein Entnahmeplan bietet Flexibilität und Renditechancen, erfordert aber auch Eigenverantwortung. Informieren Sie sich umfassend und vergleichen Sie verschiedene Angebote, um die optimale Lösung für Ihren Ruhestand zu finden.