Kurz erklärt

Was bedeutet die Berechnung eines Entnahmeplans mit Kapitalerhaltung?

Bei einem Entnahmeplan mit Kapitalerhaltung soll möglichst nur der laufende Nettoertrag ausgezahlt werden. Das eingezahlte Ausgangskapital bleibt im Modell nominal bestehen. Weil Kapitalmärkte schwanken, Kosten und Steuern anfallen und die Inflation Kaufkraft mindert, ist Kapitalerhalt in einem Fonds- oder ETF-Depot jedoch ein Planungsziel und keine Garantie.

Kostenloses Rechentool

Berechnung Entnahmeplan Kapitalerhaltung

Tragen Sie Ihre eigenen Werte ein. Der Rechner zieht die laufenden Gesamtkosten von der angenommenen Bruttorendite ab und verteilt den verbleibenden rechnerischen Jahresertrag gleichmäßig auf zwölf Monate. Es werden bewusst keine Werte vorausgefüllt.

Ihre Annahmen

Alle drei Angaben sind erforderlich. Verwenden Sie für die Rendite keine kurzfristige Prognose, sondern eine vorsichtige langfristige Planungsannahme.

Zulässiger Bereich: 10.000 bis 10.000.000 Euro.
Zulässiger Bereich: 0 bis 15 Prozent. Die Eingabe ist keine Prognose.
Berücksichtigen Sie möglichst Produkt-, Depot-, Service- und Verwaltungskosten.

Ihr Ergebnis

Noch keine Berechnung

Geben Sie Anlagebetrag, angenommene Bruttorendite und laufende Gesamtkosten ein. Danach zeigt der Rechner die modellierte Entnahme vor Steuern.

Transparentes Modell

Wie funktioniert die Berechnung bei Kapitalerhaltung?

Der Rechner beantwortet eine klar begrenzte Frage: Welche Auszahlung wäre rechnerisch möglich, wenn nur die angenommene Nettorendite entnommen und das Startkapital nominal nicht angetastet würde? Dafür werden drei Schritte verwendet.

1

Nettorendite bestimmen

Von der angenommenen Bruttorendite werden die laufenden Gesamtkosten pro Jahr abgezogen.

2

Jahresentnahme berechnen

Der Anlagebetrag wird mit der verbleibenden Nettorendite multipliziert.

3

Monatswert ableiten

Der rechnerische Jahresertrag wird gleichmäßig durch zwölf Monate geteilt.

4

Regelmäßig prüfen

Die Entnahme wird an tatsächliche Wertentwicklung, Kosten und Lebenssituation angepasst.

Nettorendite p. a. = Bruttorendite p. a. − laufende Kosten p. a.

Monatliche Modellentnahme = Anlagebetrag × Nettorendite ÷ 12

Die Formel ist bewusst einfach und nachvollziehbar. Sie bildet keine monatlichen Kursschwankungen ab und ersetzt weder eine individuelle Finanzplanung noch eine Geeignetheitsprüfung.

Nachvollziehbares Rechenbeispiel

Wie viel Entnahme ergeben 100.000 Euro bei 5 Prozent Rendite?

Angenommen werden 100.000 Euro Anlagekapital, 5,0 Prozent Bruttorendite pro Jahr und 0,7 Prozent laufende Gesamtkosten. Die Kostenannahme entspricht als Beispiel einer kostengünstigen Fonds- oder ETF-Lösung mit 0,5 Prozent Serviceentgelt und etwa 0,2 Prozent Produktkosten. Die tatsächlichen Kosten hängen von der konkreten Lösung ab.

Ergebnis des Beispiels

358,33 Euro pro Monat
beziehungsweise 4.300 Euro pro Jahr vor Steuern.

Lineares Ertragsmodell; Werte vor Steuern und Inflation
Rechenschritt Annahme Ergebnis
Anlagebetrag 100.000,00 € Ausgangskapital
Nettorendite 5,0 % − 0,7 % 4,3 % p. a.
Jahresentnahme 100.000 € × 4,3 % 4.300,00 €
Monatliche Entnahme 4.300 € ÷ 12 358,33 €

Das Beispiel zeigt keine typische oder erwartbare künftige Rendite. Fallen Erträge niedriger aus oder treten Verluste auf, kann die berechnete Entnahme den Kapitalstock angreifen.

Nominal ist nicht real

Kapitalerhaltung schützt nicht automatisch die Kaufkraft

Bleibt ein Depot rechnerisch bei 100.000 Euro, ist zwar der nominale Betrag erhalten. Steigen die Verbraucherpreise, kann man sich dafür im Laufe der Zeit dennoch weniger kaufen. Für echten Kaufkrafterhalt müsste das Kapital zusätzlich zur Auszahlung mindestens im Umfang der Inflation wachsen – nach Kosten und Steuern.

Die deutsche Inflationsrate lag im Juni 2026 bei 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dieser aktuelle Wert ist keine langfristige Prognose, macht aber den Unterschied zwischen nominalem Kapitalerhalt und realem Kaufkrafterhalt sichtbar.

Inflation Deutschland 2,3 % Juni 2026, Veränderung zum Vorjahresmonat
EZB-Einlagefazilität 2,25 % seit 17. Juni 2026; daraus folgt keine Kapitalmarktprognose

Planung statt Versprechen

Chancen und Risiken eines Entnahmeplans mit Kapitalerhaltung

Ein kapitalerhaltender Entnahmeplan kann regelmäßige Auszahlungen mit Flexibilität und einem weiterhin verfügbaren Depot verbinden. Der Preis dafür ist, dass Auszahlung und Kapitalwert nicht garantiert sind. Gerade bei längeren Entnahmephasen sollte das Modell deshalb nicht als feste Monatsrente verstanden werden.

Mögliche Vorteile

  • Das Ausgangskapital soll nominal möglichst erhalten bleiben.
  • Auszahlungen können bei einem flexiblen Depot angepasst oder pausiert werden.
  • Das tatsächlich vorhandene Depotvermögen bleibt grundsätzlich verfügbar und vererbbar.
  • Eine breite Streuung kann Einzelrisiken mindern und Ertragschancen eröffnen.

Wesentliche Risiken

  • Renditen schwanken und können zeitweise negativ ausfallen.
  • Feste Entnahmen in Verlustphasen können den Kapitalstock reduzieren.
  • Kosten, Steuern und Inflation senken den real verfügbaren Ertrag.
  • Eine lebenslange oder gleichbleibende Auszahlung ist nicht garantiert.

Warum eine regelmäßige Neuberechnung wichtig ist

Wenn das Depot in einem Jahr weniger verdient als geplant, sollte nicht automatisch dieselbe Entnahme fortgeführt werden. Eine jährliche Überprüfung – und eine zusätzliche Kontrolle nach starken Marktbewegungen oder Sonderentnahmen – hilft, die Auszahlung an die tatsächliche Entwicklung anzupassen. Flexible Auszahlungen können das Risiko eines dauerhaften Kapitalabbaus verringern, aber nicht beseitigen.

Jeder Prozentpunkt zählt

Welche Kosten gehören in die Berechnung?

Laufende Kosten mindern den Ertrag, der für Auszahlungen zur Verfügung steht. Tragen Sie deshalb eine möglichst vollständige jährliche Kostenquote ein. Dazu können je nach Lösung Fonds- oder ETF-Kosten, Depotentgelte, Servicegebühren und Kosten einer Vermögensverwaltung gehören. Einmalige Abschluss- oder Transaktionskosten werden im einfachen Rechner nicht gesondert abgebildet.

Serviceentgelt im Beispielangebot 0,5 % p. a. bezogen auf den jeweiligen Depotwert
Produktkosten einer günstigen Variante ca. 0,2 % p. a. abhängig von den tatsächlich ausgewählten Fonds oder ETFs
Ausgabeaufschlag im Beispielangebot 0 % weitere individuelle Kosten sind im konkreten Angebot auszuweisen

Die genannten Werte beruhen auf der für diese Seite freigegebenen Finanzmanager24-Angebotsbeschreibung. Sie sind kein allgemeiner Marktstandard. Maßgeblich sind die Unterlagen der konkret empfohlenen Lösung.

Kurzüberblick

Steuern beim Entnahmeplan mit Kapitalerhaltung

Der Rechner zeigt Bruttowerte vor Steuern. Bei Fonds und ETFs können Ausschüttungen, Vorabpauschalen und realisierte Veräußerungsgewinne steuerlich relevant sein. Sparer-Pauschbetrag und mögliche Teilfreistellungen können die Belastung beeinflussen. Wie hoch die tatsächliche Nettoentnahme ausfällt, hängt von Depotstruktur und persönlicher Steuersituation ab.

Die passende Strategie wählen

Kapitalerhaltung oder Kapitalverzehr?

Die richtige Variante hängt nicht allein von der gewünschten Monatszahlung ab. Entscheidend sind auch Lebenserwartung, sonstige Einkünfte, Liquiditätsreserve, Vererbungswunsch und Risikotoleranz. Wer das Kapital später voraussichtlich nicht benötigt, kann einen planmäßigen Kapitalverzehr prüfen. Wer Reserven oder ein mögliches Erbe bewahren möchte, orientiert die Auszahlung eher am Ertrag.

Entnahmeplan mit Kapitalerhaltung

Im Grundmodell wird nur die erwartete Nettorendite entnommen. Die mögliche Monatszahlung ist niedriger, das Ausgangskapital soll nominal bestehen bleiben. Eine Garantie besteht nicht.

Entnahmeplan mit Kapitalverzehr

Zusätzlich zum Ertrag wird ein Teil des Vermögens ausgezahlt. Dadurch kann die monatliche Entnahme höher sein, das Kapital soll aber über die gewählte Laufzeit sinken.

Kapitalverzehr separat berechnen

Unsicher, welche Entnahmestrategie passt?

Die Entnahmeplan-Hauptseite vergleicht Kapitalerhalt, Kapitalverzehr, Sofortrente und Bankauszahlplan. Die Einführung erklärt die Grundlagen Schritt für Schritt.

Vom Modell zur persönlichen Planung

Für wen kann ein kapitalerhaltender Entnahmeplan sinnvoll sein?

Die Strategie kann für Anleger interessant sein, die regelmäßige Auszahlungen wünschen, gleichzeitig aber einen möglichst großen Kapitalstock als Reserve oder für Erben bewahren möchten. Sie setzt die Bereitschaft voraus, Wertschwankungen auszuhalten und die Auszahlung flexibel anpassen zu können. Wer dagegen eine garantierte lebenslange Zahlung benötigt, sollte auch eine Sofortrente oder eine Kombination mehrerer Bausteine prüfen.

Reserve erhalten

Ein Teil des Vermögens soll für Pflege, größere Ausgaben oder unvorhergesehene Ereignisse verfügbar bleiben.

Flexibel bleiben

Die Auszahlung soll bei veränderter Marktlage oder persönlichem Bedarf angepasst beziehungsweise pausiert werden können.

Vermögen weitergeben

Das zum Todeszeitpunkt vorhandene Depotvermögen soll grundsätzlich Teil des Nachlasses bleiben.

Häufige Fragen

FAQ zur Berechnung Entnahmeplan Kapitalerhaltung

Wie wird ein Entnahmeplan mit Kapitalerhaltung berechnet?

Im einfachen Modell wird von der angenommenen Bruttorendite die laufende Kostenquote abgezogen. Die verbleibende Nettorendite wird mit dem Anlagebetrag multipliziert und durch zwölf geteilt. Das Ergebnis ist eine modellierte monatliche Entnahme vor Steuern. Kapitalerhaltung ist dabei ein Planungsziel und keine Garantie.

Wie hoch ist die monatliche Entnahme bei 100.000 Euro?

Bei 100.000 Euro, 5,0 Prozent angenommener Bruttorendite und 0,7 Prozent laufenden Kosten ergibt das lineare Modell 4,3 Prozent Nettorendite. Daraus folgen vor Steuern rund 4.300 Euro pro Jahr beziehungsweise 358,33 Euro pro Monat. Das ist ein Rechenbeispiel und keine Renditeprognose.

Ist die Kapitalerhaltung im Entnahmeplan garantiert?

Nein. Bei einem kapitalmarktbasierten Entnahmeplan schwanken Kurse und Erträge. Kosten, Steuern, Inflation und ungünstige Marktphasen können dazu führen, dass der Depotwert trotz vorsichtiger Planung sinkt. Die Entnahme muss deshalb regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Was ist der Unterschied zwischen nominalem Kapitalerhalt und Kaufkrafterhalt?

Nominaler Kapitalerhalt bedeutet, dass der Eurobetrag des Ausgangskapitals möglichst bestehen bleibt. Kaufkrafterhalt verlangt zusätzlich, dass das Kapital mit der Inflation wächst. Eine gleichbleibende Summe kann daher real an Wert verlieren.

Welche Kosten gehören in den Rechner?

Einzutragen ist eine möglichst vollständige laufende Kostenquote. Dazu können Produkt-, Depot-, Service- und Vermögensverwaltungskosten gehören. Einmalige Kosten und transaktionsabhängige Gebühren werden im einfachen Rechner nicht separat modelliert und sollten bei der individuellen Planung zusätzlich berücksichtigt werden.

Berücksichtigt der Rechner Steuern und Inflation?

Nein. Der Rechner zeigt eine nominale Entnahme vor Steuern. Ausschüttungen, Vorabpauschalen und realisierte Gewinne können steuerlich relevant sein. Auch der Kaufkraftverlust durch Inflation ist nicht in der Monatsentnahme enthalten. Mehr dazu erläutert die Seite Steuern beim Entnahmeplan.

Was passiert bei schwankenden Renditen?

Die tatsächliche Rendite entsteht nicht gleichmäßig. In schwachen Marktphasen kann eine feste Auszahlung den Verkauf von Anteilen zu niedrigen Kursen erfordern. Dadurch kann der Kapitalstock sinken. Flexible Entnahmen, Liquiditätsreserven und regelmäßige Überprüfungen können dieses Risiko begrenzen, aber nicht ausschließen.

Wie oft sollte die Entnahme überprüft werden?

Eine Überprüfung mindestens einmal im Jahr ist sinnvoll. Zusätzliche Prüfungen können nach starken Marktbewegungen, größeren Sonderentnahmen, Kostenänderungen oder einer veränderten Lebenssituation erforderlich sein.

Was unterscheidet Kapitalerhaltung und Kapitalverzehr?

Bei Kapitalerhaltung soll das Ausgangskapital möglichst bestehen bleiben; entnommen wird im Grundmodell nur die Nettorendite. Beim Kapitalverzehr wird zusätzlich ein Teil des Vermögens planmäßig ausgezahlt. Dadurch kann die Monatsentnahme höher sein, das Kapital soll aber bis zum gewählten Endzeitpunkt sinken.

Ist ein ETF-Entnahmeplan mit Kapitalerhaltung möglich?

Er kann als Ziel geplant werden, indem die Auszahlung an einer vorsichtig geschätzten Nettorendite ausgerichtet wird. ETFs haben jedoch keine feste Rendite, und auch ein breit gestreutes Portfolio kann zeitweise an Wert verlieren. Ein garantierter Kapitalerhalt entsteht dadurch nicht.

Ist das verbleibende Depotvermögen vererbbar?

Bei einem persönlichen Depot geht das zum Todeszeitpunkt vorhandene Vermögen grundsätzlich in den Nachlass über. Weder die ursprüngliche Einlage noch eine bestimmte Erbsumme sind garantiert. Steuerliche und erbrechtliche Folgen hängen von der persönlichen Situation ab.

Wie gelangen die Rechnerdaten in die Angebotsanfrage?

Nach einer erfolgreichen Berechnung kann das integrierte Angebotsformular bewusst geöffnet werden. Anlagebetrag, Renditeannahme, Kosten und Modellergebnis werden dann in einem nicht sichtbaren Formularfeld vorbefüllt. Kontaktdaten und Altersgruppe geben Sie selbst ein; das Formular wird nicht automatisch abgesendet.

Transparenz und Aktualität

Fachlich geprüft und mit Quellen belegt

Fachredaktion Finanzmanager24
Redaktioneller Stand:

Die Formel ist ein offengelegtes Planungsmodell. Angebotsmerkmale und Kosten stammen ausschließlich aus der für diese Seite freigegebenen Finanzmanager24-Zusammenfassung. Markt- und Verbraucherinformationen wurden anhand der folgenden Quellen geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

  1. BaFin: Wertpapierfonds – Risiken, Streuung und Kosten
  2. Verbraucherzentrale: Rente aus Geldanlage und Entnahmeplan
  3. Vanguard: ETF-Auszahlungsplan und Kapitalerhalt
  4. Europäische Zentralbank: Monetary policy decisions vom 11. Juni 2026
  5. Statistisches Bundesamt: Inflationsrate im Juni 2026 bei 2,3 Prozent

Weiterlesen

Passende Beiträge zur Entnahmeplanung